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GESCHICHTE DER CAPOEIRA
Capoeira ist eine Kampfkunst aus Brasilien. Heute wird die Auffassung vertreten, dass afrikanische Sklaven, die seit Beginn des 16. Jahrhunderts von Europäern nach Brasilien verschleppt wurden, ausgehend von traditionellen Tänzen und Riten, die Capoeira entwickelten. Es wird angenommen, dass die Sklaven sich mit der Capoeira in den freien Minuten vergnügten und gleichzeitig Körper und Geist für Kampfsituationen schulten. Da die Sklavenherren die Ausübung eines Kampfes verboten, musste den gefährlichen Bewegungen der Capoeira ein tänzerischer Charakter gegeben werden. Auch nach Abschaffung der Sklaverei war die Capoeira weiterhin verboten. In den Städten wurde dennoch von der armen Bevölkerung bei Straßenfesten, in den Arbeitspausen und bei anderen Gelegenheiten Capoeira auf der Straße gespielt, wobei es nicht nur durch das Eingreifen der Polizei häufig zu Tumulten kam. Durch härteste Verfolgung und Bestrafung der Capoeiristas verschwand die Capoeira in den 20er Jahren nahezu vom Straßenbild.
Trotz des Verbotes wurden in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Salvador da Bahia von Mestre Bimba und Mestre Pastinha die ersten Capoeira-Schulen gegründet. Mestre Bimba kreierte durch hinzufügen weiterer Bewegungen einen neuen Stil, die Capoeira Regional (in Abgrenzung zu der traditionellen Capoeira Angola), und es gelang ihm, die politischen Machthaber vom kulturellen Wert der Capoeira zu überzeugen.
Anders als z.B. in asiatischen Kampfkünsten bezieht die Capoeira ihre Kraft und Energie aus der Musik. Die Capoeiristas bilden einen Kreis, die Roda de Capoeira, in dem sich zwei Capeiristas begegnen, um die erlernten Bewegungen im improvisierten Spiel zu praktizieren. Ziel des Spieles ist es nicht, den Anderen durch Aggression zu "besiegen", sondern sich in gekonntem Zusammenspiel durch geistige und körperliche Geschicklichkeit und Schnelligkeit die Grenzen aufzuzeigen. Bis heute findet man in den meisten Capoeira-Schulen Relikte, die auf die Geschichte der Capoeira hinweisen. Am deutlichsten wird ihr Ursprung in der Musik: Ein bestimmter Rhythmus sollte die Kämpfenden ursprünglich darauf hinweisen, dass die Polizei im Anmarsch ist – diesen „toque“ nennt man „cavalaria“. Die Roda wird meist so veranstaltet, dass die Musiker jeden der sich nähert sofort sehen und eventuell mit Hilfe eines bestimmten „toques“ die Kämpfer darauf hinweisen, damit diese sich entsprechend verhalten können.